Antje Jansen, Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Schleswig-Holsteinischen Landtag fordert die konsequente Einschränkung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung auf ein Minimum.
„Der massenhafte Einsatz von Antibiotika in der Zucht von Geflügel hat dazu geführt, dass sich resistente Keime gebildet haben. Es ist nicht einschätzbar, wie sich der Verzehr derart belasteten Geflügels auf den Menschen auswirkt. Antibiotika müssen deshalb zukünftig besonnen und sparsam eingesetzt werden und nicht nach dem Gießkannenprinzip“, fordert Antje Jansen, Vorsitzende der LINKEN Landtagsfraktion. „Der Verbrauch von Antibiotika muss endlich betriebsgenau erfasst werden, anders kann keine Transparenz hergestellt werden, wie viel Antibiotika in welchem Betrieb eingesetzt werden. Außerdem muss der Einsatz auf ein notwendiges Mindestmaß reduziert werden, wenn also reale Gefahren für die Tiergesundheit bestehen. Es muss dann aber auch ausgeschlossen werden, dass Rückstände in den Kreislauf der menschlichen Ernährung gelangen. Sowohl die schleswig-holsteinische Landesregierung als auch die Bundesregierung schauen jedoch tatenlos zu, wie die Gesundheit von Menschen und Tieren gefährdet wird“, so Jansen weiter.
Es sei an der Zeit, den Umgang mit Lebewesen und die ethischen Probleme des Fleischkonsums kritischer zu hinterfragen. Tiergerechte Zucht, Haltung und Ernährung seien sowohl im Sinne der Tiere, als letztlich auch im Sinne der Menschen.
„Das Problem des Antibiotikaeinsatzes ist ein Symptom, nämlich die Folge einer falschen Prioritätensetzung. Die industrialisierte Landwirtschaft werde solange Skandale hervorbringen, wie sie einer ökologisch und sozial verträglichen Nahrungsmittelproduktion mit regionalen Wertschöpfungsketten vorgezogen wird“, so Jansen.
Die Fraktion DIE LINKE im Schleswig-Holsteinischen Landtag wird einen entsprechenden Antrag in die nächste Landtagsdebatte einbringen.